“Die Wüstenblume” am 16.09.2009

Endlich wieder Kino! Irgendwie hatte ich ja in der letzten Zeit keinen Kinobericht hier zu verzeichnen (War zwar im Kino, aber zu faul darüber zu schreiben. Schrecklich… bin in letzter Zeit sooooo träge!). Aber nun wieder.

Am Mittwoch war wieder CineLady angesagt. Hasilein wollte ja nicht - was mich doch sehr traurig gemacht hat - aber zum Glück hat sie ja nette Kolleginnen, die nichts gegen einen schönen Film haben. Gestern lief die Vorpremiere von “Die Wüstenblume”, ein Film zur Biographie des somalischen Model Waris Dirie. Das Buch, das mit mir wohl noch 3 Mio. andere Menschen in Deutschland gelesen bzw. gekauft haben, fand ich faszinierend, auch wenn ich oft schlucken mußte. Beschneidung bei Mädchen ist wirklich kein entspannendes Thema.

Heute war im Kino wieder einiges los, allerdings war die CineLady nicht in Kinosaal 1 wie sonst, der war gesperrt. Dort wird noch am 3D gearbeitet. Ab morgen kann man dann auch in Siegen “Oben” in 3D bewundern. Freu’ mich schon. … Weiter zur CineLady. Wir Damen wurden dann in Kino 6 geschickt. Auch ein größerer Saal, also wollen wir uns mal nicht beschweren. Dieser war übrigens bis auf ca. 20 Plätze voll besetzt. Sehr schön. Da ist es doch sehr verwunderlich, dass ich knapp 2 Wochen vorher noch in der letzten Reihe Karten bekommen habe. Damals war nämlich das Kino fast leer.

Der Film war super, allerdings mußte ich - wie beim Lesen des Buches auch - öfters schlucken und einmal sogar weinen. Bin bei Filmen doch immer so emotional! Aber der Film hat ja auch ein hartes Thema neben der Biographie von Waris (Der Name ‘Waris’ bedeutet übersetzt “Wüstenblume”.) Dirie: Beschneidung bei Mädchen, bei denen die Klitoris und Schamlippen im frühen Kindesalter entfernt werden und die Vagina anschließend zugenäht wird. Nur ein Streichholzkopf-großes Loch für Urin und später das Menstruationsblut bleibt übrig. Allein der Gedanke bereitet mir schon Unterleibsschmerzen.

Der Film beginnt, wie Waris Dirie (Super gespielt vom Model Liya Kebede.) mit 19 Jahren durch London irrt, in ein Kaufhaus kommt und von einer Verkäuferin, Marilyn (Verrückt und quirlig. So habe ich sie mir auch vorgestellt: Sally Hawkins.), angesprochen wird. Diese glaubt, Waris wolle stehlen. Daraufhin haut sie ab. Wenig später verfolgt sie Marilyn bis zu der Pension, in der sie lebt. Dort darf sie eine Nacht bleiben… es folgen allerdings einige Monate. Marilyn besorgt ihr einen Job als Putzfrau in einem Fastfood-Restaurant. Dort entdeckt sie der berühmte britische Fotograf Terry Donaldson (Gespielt von Timothy Spall, der Krätze aus den Harry Potter-Filmen.), der sie zum Model macht. Nun soll sie um die Welt reisen und die Roben der angesagtesten Designer in den Metropolen der Welt präsentieren. Allerdings stellt sich heraus, dass ihr Pass keine Gültigkeit mehr hat. Da sie eine Arbeitserlaubnis benötigt, heiratet sie den Hausmeister der Pension.

Jahre später, Waris ist ein berühmtes Model, wird sie von der BBC begleitet. Dort vertraut sie einer Reporterin ihre Geschichte an. Es folgt eine Welle des Mitgefühls der ganzen Welt. Sie wird sogar eingeladen, vor der UN-Hauptversammlung zu sprechen… was auch der Schluß des Filmes ist. Zwischen den einzelnen Passagen gibt es immer wieder Rückblenden von Waris Leben vor dem Zusammentreffen mit Marilyn: Ihre Familie, die als Nomaden in Somalia lebt, ihre kurzen Gespräche mit der Mutter, die Nacht vor der angekündigten Hochzeit (Als 13jährige.) mit einem sehr viel älteren Mann, Ihre darauffolgende Flucht in die Hauptstadt, die Strapazen in der somalischen Botschaft in London und letztlich auch ihre Beschneidung auf einem Steinfelsen in Somalia, bei dem sie an einer Infektion beinahe stirbt.

Sobald dieser Film nächste Woche in den deutschen Kinos anläuft, sollte man ihn sich anschauen. Er lohnt auf jeden Fall!

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